Angel Investments in Zahlen – USA vs. Europa

Business Angels stellen, in der Regel, „kleinere“ Finanzierungsbeträge (EUR 25.000 bis EUR 250.000) zu einem früheren Zeitpunkt zur Verfügung, als es Risikokapitalfonds tun. Sie investieren in sehr frühen Phasen und bringen sich stark persönlich, mit ihren Erfahrungen, Netzwerken und teils auch ihrer Arbeitskraft ein.

Mehr als 90 % der europäischen Early-Stage Investitionen stammten 2019 aus dem Kapital von Angel Investoren. Die Größe des (sichtbaren) Angel Investmentmarktes beträgt mehr als EUR 10 Mrd. in Europa und mehr als USD 26 Mrd. in den USA und Kanada. In Europa werden junge Startups, sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene, durch verschiedenste monetäre Zuwendungen, in der frühen Entwicklungsphase, gefördert.

England – der Aufstieg zum „Land der Engel“

Im Jahr 2019 war das Vereinigte Königreich (UK) das Land mit dem höchsten Business-Angel Investitionen über Angel-Netzwerke. Die Investitionen beliefen sich in Summe laut Statista auf über EUR 153 Millionen. Syndikate und Angel Netzwerke, welche gemeinsam investieren, sind generell ein Trend, der zu beobachten ist, da Frühphasen-Investments bereits heute zwischen 1 und 2 Millionen Euro liegen.

Globaler Vergleich von Angel Investments

Schätzungen gehen davon aus, dass in Amerika etwa 300.000 Menschen in den letzten zwei Jahren als Angel Investor in Startups investiert haben. Jedoch liegt laut der ACA (Angel Capital Association) die potenzielle Angel-Investor Anzahl bei 4 Millionen, basierend auf dem durchschnittlichen Nettovermögen von Investoren.

Laut Statista ist zwischen 2011 und 2019 die Anzahl der Business Angels, die auf dem europäischen Markt im Rahmen von Early-Stage-Investitionen aktiv sind, sowohl im sichtbaren als auch im „unsichtbaren“ Teil des Marktes, stetig gewachsen. Im Jahr 2011 waren insgesamt 241.444 Angel-Investoren in Europa aktiv. Diese Zahl stieg in den folgenden sieben Jahren deutlich an und erreichte 2018 eine Gesamtzahl von 345.000 aktiven Angel-Investoren. Diese Zahl blieb im Jahr 2019 relativ stabil.

Durchschnittliches Investment Volumen

Der Europäischen Kommission gelang es, in ihrem Business Angel Funding Report , konkrete Zahlen zu durchschnittlichen Investitionsvolumina in Europa zu veröffentlichen.

  • Der Median der Investitionen liegt bei den jüngsten Untersuchungen bei etwa EUR 30.000.
  • Die Investitionssummen sind jedoch ungleichmäßig verteilt.
  • Nur etwa ein Zehntel der Investitionen lag über EUR 200.000, und die oberen 2 Prozent der Investitionen liegen im Bereich von EUR 1 Million und teilweise sogar darüber.
  • Der Anteil der höheren Pre-Seed und Seed runden steigt nach Einschätzungen des European Super Angels Clubs stetig.

In Amerika investieren, laut dem „first in depth report“, die meisten Business Angels über traditionelle Angel Netzwerke. Aber auch hier beläuft sich eine durchschnittliche Investition auf USD 35.255, wobei der allgemeine Median von USD 25.000 wesentlich kleiner ist. Das ist durch aus überraschend da in Europa oft gejammert wird, dass Seed-Runden in den USA als höher empfunden werden. Diese Wahrnehmung ist jedoch von prominenten Einzelfällen, die gerne medial berichtet werden, getrieben.

Dieselben Zahlen spiegeln sich auch im asiatischen Raum wider. Hier ist jedoch die Bandbreite der Tickets von USD 25.000 bis hin zu USD 200.000 wesentlich breiter gefächert.

Covid-19 immune Investment Bereiche

McKinsey, hebt in den Bericht „The next normal business: Business Trends for 2021” einen Teilbereich besonders hervor, welcher während der Pandemie ein enormes Wachstum verzeichnen konnte – die Digitalisierung – und zwar branchenübergreifend!

Angefangen bei Online-Kundenservices, Telearbeit bis hin zur Neuerfindung von Lieferketten und dem Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) oder maschinellem Lernen zur Verbesserung von Abläufen.

Wenn es jedoch einen Sektor gibt, der in der von Covid19 heimgesuchten Welt im Rampenlicht stand, dann ist es der Gesundheitssektor. Dieser hat sich grundlegend verändert, wobei Telemedizin und Biopharma eine wichtige Rolle spielen. Abgesehen von Covid-19 gehört der Gesundheitssektor auch zu jenen Branchen, die selten einen Nachfragerückgang erleben.

„Trockenes Pulver“ – Bereit zum Einsatz

Weltweit sitzen Private Equity Firmen auf fast USD 1,5 Billionen “trockenem Pulver” – nicht zugeteiltes Kapital – das bereit ist, investiert zu werden. Die COVID-19-Krise hat in mancher Hinsicht geschadet: Der globale Deal-Wert ist im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 2019 um 12 Prozent gesunken, die Deal-Zahl um 30 Prozent.

Auf der anderen Seite ist das globale Fundraising stark geblieben: USD 348,5 Milliarden bis September 2020, genauso viel wie in den letzten fünf Jahren, und die Zahl der Deals in Asien hat sich mehr als verdoppelt.

Die Private Equity Branche hat den Ruf, im Zickzack zu gehen, wenn andere im Zickzack gehen. Und die Geschichte bestätigt dies – Die Renditen von Investitionen, die während globaler Abschwünge getätigt werden, sind tendenziell höher als in guten Zeiten, so die Beratungsfirma McKinsey.

Wir können also gespannt sein auf die Transaktionen von 2021!