Private Banking, Private Equity – Über Risiko und Vertrauen

„Private Banking, Private Equity – Über Risiko und Vertrauen“ war das Thema des ersten Workshops des Business Angel Institutes in Wien letzten Donnerstag. Die Räumlichkeiten und Erfrischungsgetränke wurde von der Valartis Privatbank bereitgestellt. Der thematische Bogen spannte sich von Aspekten des „Warum?“ im Asset Management hin zum „Wer“ bzw. „Wie?“ von Angel-Investitionen und wurde abgerundet von Prof. (JKU, Cambridge) Matthias Fink der sich aktuell mit der Beziehungsebene und Verhaltensmustern von Business Angels beschäftigt.

In den Begrüßungsworten unterstrich Mag. Michael Blin (Head of Private Banking, Valartis Bank Austria) dass die Valartis als Privatbank stets bemüht ist für ihre Klienten über den Tellerrand hinaus zu schauen. Die Kooperation mit dem Business Angel Institute, welches sich mit Standards, der Professionalisierung und der Verknüpfung wissenschaftlicher Forschung und gängiger Praxis in Angel Investments beschäftigt, sieht er als sehr wertvoll an.

Mag. Gerald Diglas (Geschäftsführer, Valartis Asset Management Austria) ging in seinem Vortrag dann auf die Theorie und die Herausforderungen im praktischen Management von Portfolios (Fonds) ein. Ein guter Fondsmanager braucht, ebenso wie ein Business Angel, aktuelles Wissen, eine klare Strategie und das passende Umfeld. Auf der Grundlage der Markowitz-Portfoliotheorie aufbauend wurde mit Vergleichen österreichischer Praxis des privaten Anlegers, zu Family-Offices und Endowment-Funds (z.B. Harvard University) gezeigt, dass Private Equity (darunter auch Angel und Venture Capital) mit 10-20% vertreten sind. In Österreich ist dieses Bewusstsein bislang nur bei einzelnen Family-Offices vorhanden (Anmerkung der Redaktion: vgl. How the Rich Invest).

Einen Überblick über die Business Angel Szene in Österreich und im europäischen Vergleich wurde im nächsten Vortragsblock gezogen. In Österreich gibt es demnach rund 1.000 – 2.700 (Quelle: Social Entrepreneurs and Business Angels –Master’s Thesis, Donau Universität Krems, DI Bauer-Leeb, Evelina Lundquist, Wien 12/2011), wovon ca. 250 in Netzwerken registriert sind – dieser Anteil ist im internationalen Vergleich durchaus repräsentativ. „Investitionsentscheidungen fallen sehr unterschiedlich aus, wie wir beobachtet haben. Manche Angels investieren nur in ihrem Fachbereich, die anderen streuen ihre Aktivitäten deutlich breiter“, erklärt Mag. Bernd Litzka (Leiter der AWS i2 Business Angel Börse).

Der Schlüssel zu einer Investitionsentscheidung in ein Startup ist – viel mehr als bei unpersönlichen Aktien oder Anleihen Investments – das Vertrauen zwischen Unternehmern, Business Angels und ihren Netzwerkpartnern (Steuerberater, Rechtsanwälte, Banken, etc.)., so Prof. Matthias Fink (Vorstand, Institut für Innovationsmanagement, Universität Linz und Professor, Anglia Ruskin University Cambridge). Auf Basis aktueller Erkenntnisse seiner Forschung wurden bereits erforschte Verhaltensmuster interaktiv diskutiert. Neben den gegebenen Verhaltensunsicherheiten zeigte Prof. Fink die Genese einer Vertrauensbeziehung auf bzw. wie diese entstehen kann. Besonders spannend empfanden die anwesenden Teilnehmer des Workshops die verschiedenen Rollen von Business Angels zu diskutieren. Es ging dabei um Rollen entlang von Dimensionen wie beispielsweise transaktionsorientiert vs. beziehungsorientiert oder Skaleneffekte vs. Flexibilität.

Insgesamt zeichnete die Veranstaltung ein sehr schönes Bild über Synergieeffekte – zwischen Business Angels untereinander und der Wissenschaft als interessierten Netzwerkpartnern. Besonders freuen wir uns natürlich über das ausgesprochen positive Feedback der Teilnehmer, das uns auf unserem Weg bestärkt. Diese Woche werden wir erneut bei der Veranstaltung „Mehr Privatinvestoren braucht das Land“ von CONDA vertreten sein und den Fokus auf den Certified Business Angel (CBA) Lehrgang legen. Der nächste Workshop des Instituts zu rechtlichen und steuerlichen Aspekten von Beteiligungsverträgen steht bereits zur Anmeldung offen, findet aber erst nach einer kleinen Sommerpause statt.

Business Angels setzen neue Standards

Vier in der Szene durchaus namhafte Business Angels haben letzte Woche die schwere Prüfung zum Certified Business Angel in Wien bestanden und wollen nun neue Standards in ihrer täglichen Arbeit setzen. Die erfolgreich bestandene Prüfung öffnet den Investoren die Tür zum exklusiven Club der nach internationalen Standards geprüften Investoren des CBA-Cercle.

Wien (24. Juli 2014) – Letzte Woche wurden erneut vier Business Angels durch die Qualitätsakademie der Wirtschaftskammer (incite) geprüft und mit dem international anerkannten Titel Certified Business Angel (CBA) ausgezeichnet. Die Prüflinge waren keines Wegs nur „Newcomer“ in der österreichischen Startup und Business Angel Szene. Alle Teilnehmer arbeiten bereits seit einiger Zeit aktiv in diesem Bereich und sahen in der Prüfung einen wichtigen Schritt zu mehr Transparenz und Know-How in der Investorenszene. Die erlernten Fähigkeiten, das stolze Tragen des Titels CBA und der damit verbundene strenge Ethikkodex sollen gemeinsame Investments mit anderen Investoren sowie höhere Qualität bei den vorstelligen Startups (sog. Dealflow) durch mehr Vertrauen im Ökosystem fördern.

 

 

Feierliche Übergabe der Urkunden

Im Rahmen einer geschlossen Veranstaltung in einem Wiener Innenstadtlokal wurden die Zertifikate durch Alfons Helmel (Geschäftsführer der incite, der Qualitätsakademie des Fachverbandes UBIT der Wirtschaftskammer) und Mag. Bernd Litzka (Leiter der i2 Business Angel Börse und Vorsitzender der Prüfungskommission) feierlich überreicht.

Zu den Zertifizierten zählt unter anderen Mag. Alexander Krauser, ein Business Angel der sich gerne neben seinem Investment aktiv im Unternehmen engagiert. Sein jüngstes Projekt ist Woodero. Eine Firma die individuelle, extrem elegante und hochwertige Holzhüllen für Apple Produkte baut. Die Hüllen werden zu 100% in Österreich gefertigt und sollen im nächsten Halbjahr auf der ganzen Welt vertrieben werden.

„Unser jüngstes Projekt zeigt, dass man auch in einer Nische mit viel Wettbewerb erfolgreich sein kann. Ich arbeite sehr eng mit Gründern zusammen und da braucht es viel gegenseitiges Vertrauen. Die Zertifizierung und der Lehrgang haben mir geholfen mein Netzwerk in der Branche zu erweitern und das Know-How für große Anschlussfinanzierungen zu festigen.“ erklärt Mag. Alexander Krauser, CBA.

 

 

Fundierte Theorie und Praxisbezug

Die Weiterbildung umfasst insgesamt 6 Module, in denen Themen wie etwa Analyse, Bewertung, Unternehmensentwicklung, Anschlussfinanzierungen, gesetzliche Rahmenbedingungen und Exits behandelt werden. Der 18 Kurstage umfassende Lehrgang gestaltet sich sehr interaktiv, mit vielen Beispielen und Case Studies, wobei die erfahrenen Lektoren aus der Praxis stammen und einen tiefen Einblick in ihre Best-Practices gewähren.

Der Lehrgang richtet sich an aktive Business Angels, die ihr Fachwissen vertiefen wollen, sowie an junge Angels, die das Handwerk eines Frühphaseninvestors fundiert erlernen möchten.

Das Business Angel Institute betreibt zusätzlich mit dem CBA Cercle einen sehr exklusiven Alumni Club, der die internationale Vernetzung der zertifizierten Business Angels unterstützt. Ab Herbst wird die Zertifizierung in Deutschland gemeinsam mit dem Partner FundersClub in Hamburg zum ersten Mal international angeboten und es soll erste Zusammenarbeiten in Skandinavien geben, bestätigt Maximilian Guth. Er selbst habe sich als einer von vier Prüflingen zuletzt der schriftlichen und mündlichen Prüfung gestellt und wurde nach eigenen Aussagen von der Prüfungskommission nicht geschont.

„Es war eine harte, aber faire Prüfung, die mir aufgezeigt hat, wie wichtig präzise Antworten und geschicktes Argumentieren bei Unternehmensbeteiligungen sind.“

 

 

Eine perfekte Ergänzung: Das Business Angel Institute und der neu gestartete Startup-Studiengang an der NDU

Stephan Jung, zuletzt bei Gamma Capital Partners, übernimmt mit Monatsbeginn nun eine neue Rolle als Professor an der New Design University (NDU). Das Team des Business Angel Institute gratuliert herzlich!

 

Die NDU Sankt Pölten bietet ab Herbst 2013 erstmals den interdisziplinären Masterstudiengang „Strategic Management, Entrepreneurship & Innovation“ mit den Schwerpunkten Innovation und Unternehmensgründung an. In einem interdisziplinären Umfeld werden die Studenten mit viel Praxisbezug in echten Projekten für zukünftige Aufgaben in Führungspositionen ausgebildet.

Das Besondere an dem Masterprogramm: Studierende kommen aus unterschiedlichen Fachrichtungen wie zum Beispiel Informatik, Design, Ingenieurwesen, BWL, Architektur oder einer Geisteswissenschaft und lernen und erleben 4 Semester Unternehmertum in kleinen Klassen (max. 30 Studierende). Es wird keine Trockenübung geben, sondern echte Projekte, interaktive Seminare, Teamarbeit, Praxisvorträge und Coaches. Ein Beispiel: Was es heißt ein Unternehmen zu gründen oder zu übernehmen lernt man am Besten, in dem man es tut. Also gründen die Studenten Unternehmen.

 

„Unser Wunschszenario ist, dass die Unternehmen der Studierenden erfolgreich werden und daher auch gerne außerhalb und nach dem Studium weitergeführt werden sollen. Eine ideale Ergänzung und Win-Win Situation für alle Beteiligten bietet hier eine intensive Zusammenarbeit mit dem Business Angel Institute. Unsere Studierende haben die Möglichkeit von und mit professionellen Investoren zu lernen und die Mitglieder des BAI sind hautnah bei innovativen, kreativen und jungen Business Ideen mit dabei“, so Univ.-Prof. (NDU) Dr. Stephan Jung, der neben seiner neuen Rolle als Leiter des Studienganges auch im akademischen Beirat des Business Angel Institute wirkt sowie als Vortragender beim CBA-Lehrgang, und zwar gleich im ersten Modul Ende September.

Was muss ein Business Angel wirklich können?

Angel Investments sind riskant und mit viel Verantwortung verbunden. Wenn man sein Geld nur loswerden will, dann wird es reichen die Geldbörse zu öffnen und zu „investieren“. Will man sein Kapital hingegen sinnvoll einsetzen, dann wird das nicht ausreichend sein (hier könnte man aber immer noch über Spenden an karitative Organisationen nachdenken).

Ein Angel Investor legt sein Geld nicht bloß passiv an: Er unterstützt vielmehr aktiv die Startups in seinem Portfolios bei ihrer Entwicklung. Ein Business Angel ist also Mitgründer, Investor und Berater in einer Person.

Die wichtige Rolle als erfahrene Vertrauensperson wird häufig unterschätzt. Unternehmensgründer sind nicht selten unter 30 Jahre alt und haben zumeist nur sehr wenige Jahre aktive Berufserfahrung gesammelt. Wie man sich in den unterschiedlichsten Situationen konkret verhalten sollte, das lehrt in erster Linie einmal die Erfahrung. Es muss nicht immer die eigene Erfahrung („learning by doing“) sein – man muss nicht alle Fehler selbst machen. Im Investment-Kontext könnte dies schnell ziemlich teuer werden.

Business Angels können hier neben gezielten Trainings, wo sie von erfahreneren Angels lernen, auch Anleihen in der Wissenschaft nehmen. Hier findet man Köpfe die sich den ganzen Tag und oft auch ihre ganze Karriere lang mit der systematischen Sammlung relevanter Erfahrungen beschäftigen und diese auf verwertbare Erkenntnisse hin untersuchen. Ja, wenn er plötzlich Millionen spart, ist der viel verschrieene Elfenbeinturm der Wissenschaft dann unglaublich schnell wieder rehabilitiert. Der bekannte Spruch „Nichts ist so praktisch wie eine gute Theorie“ (Kurt Lewin) hat schon seine Berechtigung.

Die umgekehrte Richtung stimmt aber ebenso: Gute Forschung beginnt überhaupt erst einmal mit der Formulierung guter Forschungsfragen, und dabei spielen Impulse aus der Praxis eine große Rolle. Das Verhältnis zwischen Praxis und Wissenschaft ist also wirklich ein ständiges Zusammenwirken und gegenseitiges Befruchten in beide Richtungen. Das Business Angel Institute versucht diese Schnittstelle aktiv zu bilden und ist daher für Anfragen und Ideen aus beiderlei Richtung offen.

Die Wissenschaft beschäftigt sich ganz konkret mit relevanten Themen für Business Angels. So arbeitet etwa Prof. Matthias Fink in einem Forschungsprojekt, in dem es um die Arten und die Rolle von Vertrauen in den relevanten Prozessen geht. Auch unter den Business Angels selbst gibt es Beispiele für das Zusammenspiel zwischen Wissenschaft und Praxis: So hat der erfolgreiche Angel Dr. Josef Baumgartner an seiner ursprünglichen Alma Mater promoviert – und zwar mehr als 30 Jahre nach seiner Sponsion, um viele Erfahrungen reicher und gerade dadurch auch wieder motiviert. Dazwischen lag unter anderem die praxisorientierte Zertifizierung zum CMC (Certified Management Consultant).

Unser Fazit: Wer die Nase vorne haben will und unter den Besten bestehen möchte, der muss sich zwangsläufig fortbilden. Das Rezept für nachhaltigen Erfolg im Angel Investment ist durchaus mit einem schönen Konzert vergleichbar – ein Orchester (Investoren) braucht gute Instrumente (Know-how), muss wissen wie man auf diesen ein guten Stück (Startup) spielt und das ganze von einem Saal mit beeindruckender Akustik (Ökosystem) unterstützt. Es muss natürlich nicht jeder gleich promovieren. Aber man sollte sich ständig weiterentwickelnden und wissenschaftliche Erkenntnisse gezielt verfolgen.

Dr. Herwig Rollett (Präsident, Business Angel Institute)
Mag. Berthold Baurek-Karlic (Beirat, Business Angel Institute und Geschäftsführer von Venionaire Capital)

Angel-Tarzan und der österreichische Förderdschungel

Beim Versuch sich als Tarzan durch den Förderdschungel zu schlagen, wird man schnell erschöpft, frustriert und sucht nach Unterschlupf oder gar Trost bei Jane. Wir versuchen es dennoch Ihnen die Expedition durch den Dschungel mit einem kleinen Überblick über die unterschiedlichen Bundes- und Landesförderungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz zu erleichtern. Die Förderungen sind keines Wegs nur für Gründer interessant, sondern natürlich auch für Business Angels, da diese ihr Investment so deutlich hebeln können.

Förderungen setzen in der Regel sehr früh an und versuchen in den meisten Fällen den Schritt in die Selbstständigkeit zu erleichtern, beziehungsweise erste Prototypen oder Forschung für ein Produkt zu finanzieren. Die Entwicklungsphase des Startups ist somit einer der wichtigsten Kriterien, wenn man sich dem Thema nähert. Falls beispielsweise noch keine nachweisbaren Investitionen getätigt wurden, die im Jahresabschluss aktivierbar waren, kann das benötigte Eigenkapital bereits in Form von Seed Money aufgenommen und erhöht werden. In Wachstumsphasen können Förderungen für innovative Projektfinanzierungen beantragt werden, welche aber in der Regel nur einen Teil der Kosten (im Nachhinein) rückerstatten und so das Entwicklungsrisiko reduzieren. Unterstützungen gibt es in Form von einmaligen Zuschüssen, Haftungen des Bundes, zinsgünstigen Krediten und Beratungsleistungen.

In Folge gehen wir auf die Förderinstitutionen und deren Programme – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – im Überblick ein. Zu den wichtigsten österreichischen Institutionen, an die sich Startups, aber auch Business Angels wenden können um Unterstützung zu bekommen, sind die Austria Wirtschaftsservicegesellschaft, der Arbeitsmarktservice und die einzelnen Fördergesellschaften und Fonds der Bundesländer.

 

Förderungen der Austria Wirtschaftsservicegesellschaft (AWS)

Die AWS ist die Förderbank des Bundes und unterstützt Unternehmen bei der Umsetzung innovativer Projekte in unterschiedlichen Entwicklungsphasen und aus allen Branchen. Die AWS unterstützt sowohl mit als auch ohne Beiträge alternativer Finanzierungsformen. Im Bereich der Business Angel Beteiligungen ist die i2 Business Angel Börse  einerseits Dienstleister und Vermittler und stellt auf der anderen Seite ein Netzwerk von Beteiligungscoaches zur Verfügung.

 

Unserer Erfahrung nach sind folgende Förderprogramme besonders interessant für Startups:

Jungunternehmerzuschüsse der AWS

Die Jungunternehmerzuschüsse richten sich an neu übernommene und neu gegründete (bis zu 5 Jahre alten), wirtschaftlich selbstständige, gewerbliche, kleine Unternehmen:

Start-up Scheck

Der Start-up Scheck fördert materielle und immaterielle Investitionen, die in der Bilanz aktiviert oder als geringwertige Wirtschaftsgüter verbucht werden durch einen Zuschuss von EUR 1.000,– für Projekte von mindestens EUR 5.000,– und maximal EUR 20.000,–.

Start-up Prämie

Gefördert werden fremdfinanzierte oder eigenfinanzierte Projekte in einer Höhe zwischen EUR 20.000,– bis EUR 800.000,– in Form einer Prämie.

AWS Gründerfonds

Der AWS Gründerfonds ist eine Jungunternehmer Offensive und ermöglicht die Vergabe von Risikokapital für Gründer mit einer Dotierung von insgesamt EUR 65 Mio. Dabei werden offene oder stille Beteiligungen an Unternehmen mit hohen Wachstumspotenzialen in der Gründungs- und Wachstumsphase mit Volumina zwischen EUR 100.000,– und EUR 3 Mio. getätigt.

Garantieübernahmen der AWS

Start up Garantie

Diese Förderung umfasst eine 80% ige Garantieübernahme bei Kreditbeträgen von bis zu EUR 2,5 Mio. Die Laufzeit bei Investitionen kann bis zu 10 Jahre und bei Betriebsmittel bis zu 5 Jahre reichen. Gefördert werden Neugründungen und Übernahmen mit der Voraussetzung, dass der Gründer erstmals eine wirtschaftliche, selbstständige Tätigkeit ausübt. Dieses Kriterium ist auch dann erfüllt, wenn der Gründer in den letzten fünf Jahren vor Gründung keine wirtschaftlich, selbstständige Tätigkeit ausgeübt hat. (Link siehe Anhang)

AWS Double Equity

Double Equity ist ein geflügelter Begriff in der Business Angel Szene Österreichs und darunter versteht man die Finanzierung von Innovations- und Wachstumsprojekte von KMUs durch die Verdoppelung von privatem Eigenkapital in Form einer Ausfallsbürgschaft für den Kredit in Höhe des eingebrachten Kapitals.

Mit dem verbürgten Kredit können alle betrieblichen Aufwendungen wie Investitionen, Betriebsmittel, etc., mit Ausnahme von Sanierungen mit einem Investitionsvolumen von bis zu EUR 2,5 Mio. finanziert werden. Die Kreditlaufzeit beträgt bis zu 10 Jahre und das einmalige Bearbeitungsentgelt beläuft sich auf 0,5% des Kreditbetrages.

Die Förderung ist an folgende Punkte gebunden:

  • Die Gründung bzw. Übernahme des Unternehmens liegt maximal fünf Jahre zurück.
  • Das Eigenkapital kann sowohl von den Unternehmern als auch von anderen privaten Kapitalgebern, wie Business Angels, aufgebracht werden.
  • Das Kapital muss in Form einer Bareinlage mit Eigenkapitalcharakter erfolgen.
  • Eigenkapitalähnliche Einlagen sind dem Unternehmen auf eine Dauer von mindestens 10 Jahren zur Verfügung zu stellen, haben eine gewinnabhängige Verzinsung und sind bei Insolvenz gegenüber anderen Verbindlichkeiten des Unternehmens nachrangig.

 

Zuschüsse für High Tech Projekte

PreSeed

Hightech Projekte in der Vorgründungsphase werden mit Zuschüssen von bis zu EUR 200.000,–gefördert. Die Entwicklung eines marktfähigen Proof of Prinziple oder Proof of Concept soll damit vorangetrieben werden um eine anschließende Unternehmensgründung zu ermöglichen.

Seedfinancing

Diese Förderung zielt darauf auf, den Aufbau oder die Gründung von innovativen Unternehmen im High Tech Bereich mittels erfolgsabhängigen rückzahlbaren Zuschüssen zu fördern. Damit soll die Finanzierungslücke in der Seedphase geschlossen und die Anzahl von Neugründungen erhöht werden. Das Finanzierungsvolumen beträgt bis zu EUR 1.000.000,– und die Rückzahlung erfolgt über mehrere Jahre durch Gewinnanteile oder durch einen Unternehmensverkauf.

AWS Business Angel Fonds

Der aws Business Angel Fonds ist eine gemeinsame Initiative des European Investment Fund und der aws mit einer Dotierung von insgesamt EUR 22.5 Mio. Dieser Fonds ist besonders interessant für Business Angels, da dadurch die Finanzkraft von Angels vergrößert wird. Ausgewählten Business Angels wird eine Verdoppelung des von ihnen in junge, österreichische Unternehmen eingebrachten Risikokapitals ermöglicht. Die Bandbreite der Ko-Investitionen beginnt bei EUR 250.000,– und kann mehrere Millionen Euro betragen. Angelinvestoren müssen folgende Kriterien erfüllen:

  • Umfassende Erfahrung auf dem jeweiligen Investitionsgebiet
  • Nachweis adäquater Expertise und erfolgreicher Investitionen
  • Guter Zugang zu qualitativ hochwertigen Beteiligungsgelegenheiten
  • Ausreichende Finanzkraft, d.h. mindestens EUR 250.000 über einen Investitionszeitraum von 10 Jahren

AWS ERP- Kleinkredite

Dabei werden ausschließlich kleine Unternehmen aller Branchen, sowie auch nebenberuflich Selbstständige gefördert. ERP-Kredite dienen der Finanzierung von materiellen und immateriellen Investitionsgütern:

  • Investitionsbandbreite von EUR 10.000,– bis EUR 100.000,–
  • Kreditlaufzeit von bis zu 6 Jahren mit einem tilgungsfreien Jahr bei einem Zinssatz von 0,5% p.a.
  • Zinssatz während der Tilgungszeit: 1,5% p.a.
  • Einmalige Kosten: 0,9% des Kreditbetrages

Förderungen des Arbeitsmarktservices (AMS) der Wirtschaftskammer

Das AMS und die Wirtschaftskammer Österreich unterstützen Gründer mit Weiterbildungsmaßnahmen und dem Erlass von Gebühren. Einige dieser Förderungen betreffen:

  • Befreiung von Abgaben und Steuern (Neugründungsförderungsgesetz – NeuFÖG)
  • Betriebswirtschaftliche Jungunternehmerberatungen
  • Betriebsnachfolgeberatungen
  • Jungunternehmer-Seminare
  • Unternehmensgründungsprogramm des AMS
  • Förderung des AMS bei der Einstellung des ersten Mitarbeiters

Landesförderungen

 Zusätzlich zu den zentralen Förderstellen Österreichs verfügt jedes Bundesland über landeseigene Stellen mit individuellen Richtlinien, die Direktdarlehen, Zuschüsse oder Haftungen übernehmen. Start ups in der Gründungsphase haben die Möglichkeit auf unterschiedliche Fonds zurückzugreifen um Kapital zu erhöhen:

  • Oberösterreichischer Gründerfonds: Beteiligung der oberösterreichischen Unternehmensbeteiligungsgesellschaft als echter stiller Gesellschafter mit Einlagen zwischen EUR 20.000,– und EUR 75.000,– und Laufzeiten zwischen 5 und 10 Jahren
  • Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft: Förderungsprogramm Start!Klar für die Bereiche Gewerbe/Handwerk, Information, Consulting und Industrie für aktivierbare Investitionen von bis zu maximal EUR 30.000,– (Link siehe Anhang)

Zusätzlich zu Gründungsförderungen werden Start ups auch in der Wachstumsphase bei der Projektfinanzierung unterstützt um Innovationen im Technologiebereich zu steigern:

  • Oberösterreichischer Hightechfonds: Einlagen zwischen EUR 500.000,– und EUR 1.500.000,– (Link siehe Anhang)
  • Tecnet equity: Beteiligungen zwischen EUR 300.000,– und EUR 3 Mio. (Link siehe Anhang)
  • Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds: Darlehen bis zu EUR 500.000,–  (Link siehe Anhang)

 

Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft

Die FFG ist die nationale Förderstelle für wirtschaftsnahe Forschung in Österreich, die sich an Unternehmen, Forschungsinstitutionen und Forschende richtet. Für die Start up Förderung für technologieorientierte und innovative KMUs gibt es folgende Voraussetzungen:

  • Die Gründung des Unternehmens darf zum Zeitpunkt der Antragsstellung maximal 6 Jahre zurückliegen.
  • Der Jahresumsatz muss unter EUR 50 Mio., die Bilanzsumme unter EUR 43 Mio. und die Mitarbeiteranzahl unter 250 liegen. Die Beteiligung durch ein Großunternehmen darf 25 % nicht übersteigen.
  • Der Geschäftszweck muss für das Unternehmen und die Gesellschafter neu sein.

Die Förderungsgesellschaft unterstützt Projektfinanzierungen bis zu 70%, vergibt Darlehen mit einer Laufzeit von 5 Jahren und fördert Machbarkeitsstudien mit bis zu 75%.

(Link siehe Anhang)

Fazit

Abschließend kann gesagt werden, dass es im österreichischen Förderdschungel für Start ups in Gründungs- aber auch in Wachstumsphasen entsprechende staatliche Unterstützungen gibt. Dabei stehen als Anlaufstellen Bundes- und Landesfonds in den einzelnen Bundesländern zur Verfügung. Relevant sind diese Förderungen auch für Angelinvestoren, da mittels Darlehen und Krediten die Liquidität erhöht werden kann. Business Angels können damit den Leverage ihres Investments hebeln. Von Bedeutung ist dabei die Erfüllung der individuellen Voraussetzungen um die Förderungen beantragen zu können. Verfolgen Sie auch unseren nächsten Blogartikel, in dem die Förderlandschaft Deutschlands behandelt wird.

 

Julia Inquart B.Sc (WU) absolviert ein zweimonatiges Praktikum am Business Angels Institute im Zuge ihrer Masterarbeit an der Johannes Kepler Universität Linz.

 

Links

AWS

https://www.awsg.at/Content.Node/risikokapital/gruenderfonds/77014.php

https://www.awsg.at/Content.Node/risikokapital/weitere_Foerderungen/46976.php

https://www.awsg.at/Content.Node/files/sonstige/AB_2014_07_01-aws_Start-up-Garantie.pdf

https://www.awsg.at/Content.Node/files/kurzinfo/aws_erp-Kleinkredit.pdf

AMS und WK

https://www.ams.at/

https://www.gruenderservice.at/Content.Node/gruenden/GS_Startseite.html

Landesförderungen

https://www.sfg.at/

https://www.hightechfonds.at/

https://www.tecnet.co.at/

https://www.kwf.at/

https://www.ffg.at/

Investition auf der Showbühne

Meistens finden Angel-Deals hinter dem Vorhang statt. Manchmal aber auch sehr öffentlich – etwa wenn ein großer Name über eine Show im Fernsehen investiert. So war das beim Startup Hip Trips, mit dem wir darüber gesprochen haben.

 

 

Wie kam es zu Ihrer Geschäftsidee?

Der Markt ist überflutet von gewöhnlichen Pauschalreisen, die außer Flug und Hotel nichts Besonderes zu bieten haben und sich lediglich in der Preisgestaltung um wenige Euro unterscheiden. Mit Hip Trips möchten wir außergewöhnliche Reisen bieten, welche Hobbys und Interessen von Reisenden in den Mittelpunkt stellen.

 

Wann, wo und warum wurde gegründet?

Hip Trips wurde im März 2013 in München gegründet, um zukünftig all jenen Reisenden eine Anlaufstelle zu bieten, die Erlebnisse und außergewöhnliche Aktivitäten nicht als „Kirsche auf der Urlaubstorte“ begreifen wollten sondern als entscheidenden Grund eine Reise anzutreten.

 

Der Online Travel-Markt ist hart umkämpft. Wo sehen Sie die größten Chancen und Risiken? Wird sich für den Benutzer etwas verändern?

Genauso wie offline ist es online wahnsinnig schwierig, ohne Konzern im Hintergrund massentaugliche Produkte ohne wirkliche USPs anzubieten. Produkte mit starken Unterscheidungsfaktoren und unbesetzte Nischen sehen wir als größte Chance. Eine Gefahr besteht mit Sicherheit darin, sich über den Preis zu definieren und somit in Konkurrenz zu etablierten Schwergewichten zu treten. Wer es schafft, außergewöhnliche Produkte mit einzigartigen Inhalten, maximaler Convenience sowie hohem Individualisierungsgrad anzubieten, hat gute Chancen dauerhaft in dem Segment zu bestehen. Je einfacher, überzeugender und angenehmer dabei die Recherche- und Buchungserfahrung für den Kunden ist, desto besser.

 

 

Sie haben an der TV Show „Die Höhle der Löwen“ teilgenommen. Was hat sich dadurch für Sie geändert?

Die Teilnahme an der Show und das daraus folgende Investment von Jochen Schweizer hatten enorm positive Auswirkungen für uns. Alleine der Auftritt in der Show hat sich aus Marketingsicht mehr als gelohnt – in der Spitze konnten wir während unseres Auftritts 34.000 Unique User gleichzeitig auf unserer Website zählen. Das war ein grandioses Zeichen, weil wir dadurch gemerkt haben, wie stark das Interesse an der grundsätzlichen Idee und den bisher kreierten Produkten ist. Weitere schöne Nebeneffekte waren Presse- und Kooperationsanfragen und viele liebe Worte von Leuten die uns einfach alles Gute wünschen wollten.

 

Die Zusammenarbeit mit Jochen Schweizer ist sicherlich spannend. Was konnten sie aus dieser bisher mitnehmen?

Für uns ist das Investment und ganz allgemein die Partnerschaft mit Jochen Schweizer, seiner Unternehmensgruppe und allen daran Beteiligten bisher ein absoluter Volltreffer. Durch das Engagement haben wir neben dem eigentlichen Investment Zugriff auf umfangreiches Know-how innerhalb der Jochen Schweizer Gruppe. Wir sind räumlich in die Gruppe integriert, haben kurze Wege zu jedem Fachbereich und können dadurch ein unglaubliches Arsenal an Wissen jederzeit abrufen. Die Möglichkeiten um zukünftig und langfristig erfolgreich zu operieren haben sich durch die Show und vor allem das Investment von Jochen Schweizer vervielfacht.

 

Was würden Sie einem Startup nach ihren bisherigen Erfahrungen raten? Worauf sollte man in den ersten 2 Jahren seiner unternehmerischen Tätigkeit achten?

Grundsätzlich möchten wir uns nicht anmaßen, jemandem schlaue Ratschläge zu geben obwohl wir selbst noch nicht dauerhaft im Markt etabliert sind. Gerne möchten wir die Leute aber dazu ermuntern ihre Ideen aufopferungsvoll zu verfolgen und sich auch von Tiefen, Höhen, Rückschlägen, Schulterklopfern und allem anderen was im (Unternehmens-)Leben passieren kann nicht unterkriegen zu lassen. Lösungen gibt es immer, man muss sie nur finden.

Business Angels tragen Verantwortung

Es ist Samstag, 21:30. Fernsehen, Party, Oper? Alles Fehlanzeige. Denn im Startup herrscht Krisenstimmung und leider zu Recht. Krisen sind im Startup nicht überraschend und Gründer als auch Investoren müssen grundsätzlich damit rechnen. Dass es gerade heute Abend soweit ist, das ließ sich jedoch beim allerbesten Willen von niemandem vorhersehen. Gerade jetzt braucht das Startup dringend Unterstützung. Der investierte Business Angel hat vor zwei Jahren „Smart Money“ versprochen, also nicht bloß Geld, sondern auch aktive Unterstützung. Sitzt er jetzt also in der Oper oder bei den halb verzweifelten Gründern?

Es wird gerne über die Verantwortung von Unternehmensberatern gesprochen. Diese gesamte Diskussion trifft auf Business Angels ebenfalls zu. Aber hier geht es noch weiter: Der Angel hat sich als Investor im Beteiligungsvertrag ja auch gewisse Mitspracherechte zusichern lassen. Gerade im Krisenfall kann er also unter Umständen nicht nur beraten, sondern gewisse Maßnahmen womöglich sogar erzwingen oder ausschließen. Seine Verantwortung geht daher noch ein ganzes Stück weiter als die (ohnehin nicht geringe) eines „normalen“ Unternehmensberaters.

 

Selbst hier ist jedoch noch nicht Schluss: Denn ein Business Angel trägt neben der moralischen und rechtlichen Verantwortung gegenüber den Gründern letztlich auch für sich selbst die Verantwortung über den finanziellen Erfolg seiner Beteiligungen. Da wird er sich auch manchmal fragen müssen, wann denn nun im Ernstfall die Reißleine zu ziehen ist. Business Angels investieren viel Schweiß und manchmalen Tränen in ihre Beteiligungen.

Heißt das nun, dass die Rolle eines Business Angels nicht attraktiv wäre? Keineswegs. Genauso gut könnte man fragen, warum Menschen sich den Stress antun, einen großen Konzern zu lenken. Tatsächlich ist es ein Zeichen von Erfolg. Ja, Verantwortung geht damit natürlich einher. Aber eben auch Gestaltungsmöglichkeiten. Und beim Business Angel noch mehr als beim Corporate CEO.

Rückblick auf das erste Lehrgangsmodul

Das Business Angel Institute freut sich sehr über die rege Teilnahme am ersten von sechs Modulen des Lehrgangs, der auch zur Vorbereitung auf den Certified Business Angel dient. Am letzten Septemberwochenende hat sich eine Gruppe aktiver und zukünftiger Business Angels (das Spektrum reichte vom Virgin Angel bis zum Family Office) zusammengefunden, um – geleitet von den Vortragenden Dr. Andreas Boué, Dr. Daniel Zech und Prof. Stephan Jung – ihr Wissen zu erweitern.

 

Die Themenbereichen Orientierung, Dealflow und Dealscreening wurden in die Tiefe gehend behandelt und neben direkten Wissensinputs auch in Selbstreflektion und Gruppenarbeiten gemeinsam erarbeitet. Den Einstieg am Freitag machte Dr. Boué, der den Konnex Business Angel als Teil des Private-Equity-Ökosystems sowie den Investmentprozess per se beleuchtete und für die Teilnehmer verständlich zugänglich machte. Samstags führte Dr. Zech die Teilnehmer durch das österreichische und angrenzende Ökosystem, veranschaulichte die Analyse und Validität von Dealflows und gab auch seine Erfahrung aus dem Bereich Media 4 Equity weiter. Prof. Jung erörterte am Sonntag von einer wissenschaftlichen Basis ausgehend den Screening-Prozess und zeigte anhand von Business Cases, wie man beim Einschätzen von Chancen den eigenen Investmentfokus berücksichtigt, indem man sich an zuvor erarbeiteten persönlichen Investmentkriterien orientiert.

Wir freuen uns über das erfolgreiche, erste Modul und die positiven Stimmen im Ökosystem Angel Investment und Startups rund um das Business Angel Institute.

 

Business Angel Institute bei AVCO-Jahreskonferenz vertreten

Am 11. und 12. September 2013 lud die AVCO – Austrian Private Equity and Venture Capital Organisation – zur Jahrestagung ins Austria Trend Parkhotel Schönbrunn ein. Internationale und nationale Referenten, Investoren, Risikokapitalgeber und Unternehmer haben zwei Tage lang zu den Themen Private Equity, Venture Capital, Angel Capital, AIFM, Unternehmensgründung sowie Unternehmensnachfolge diskutiert.

 

Auch das Business Angel Institute war durch seinen wissenschaftlichen Leiter, Dr. Herwig Rollett, vertreten, der zu den Themen Business Angels und ihrer Rolle als zukünftige Frühphaseninvestoren, referiert hat. In seinem Vortrag betonte Dr. Rollett die Problematik, dass der Begriff „Business Angel“ nicht geschützt ist und sich verschiedenste Kapitalgeber Business Angels nennen. Mit dem Lehrgang zum Certified Business Angel möchte das Business Angel Institute zur Professionalisierung der Business Angel-Arbeit beitragen und hat maßgeblich bei der Einführung des CBA als international standardisierter Qualitätsnachweis, mitgewirkt. Ziel ist es, einerseits die Anzahl aktiver Business Angels zu steigern und andererseits eine bessere Vernetzung zwischen Wissenschaft und Angels zu schaffen, wobei das Institut als Schnittstelle dienen soll.

In der anschließenden Podiumsdiskussion unter der Moderation von Dr. Michael Höfler, dem Geschäftsführer der pantarhei advisors Unternehmensberatung, diskutierten die Teilnehmer – Dr. Herwig Rollett (Business Angel Institute), Mag. Johannes Rohde (MSO Digital), Dr. Josef Baumgartner (ArboriCon) und Prof. (NDU) Stephan Jung (New Design University, St. Pölten) –  zum Thema „Business Angel vs. Fool Investor“. In der Diskussion wurde der Begriff des „Fool Investors“ aufgegriffen und in den Kontext von Family, Friends and Fools gestellt. Seed-Kapitalgeber stammen in vielen Fällen aus dem persönlichen Umfeld der Gründer und stehen oft als „fools“ da, wenn das Startup scheitert und somit das investierte Geld verloren ist. Dem gegenüber stehen professionelle Business Angel-Investoren, die sich nach der Start-Finanzierung bei Startups beteiligen und wesentlich mehr Know-How und Erfahrung mitbringen als „Fool-Investoren“.

Für ein gesundes Miteinander von professionellen, privaten Investoren und Business Angels in späteren Phasen von Investments wurde gezielt plädiert. Sie sollten früh lernen zusammenzuarbeiten und keinen Konkurrenzkampf führen. Konkretes Know-How durch gezielte Weiterbildung sollte von Angels jedenfalls in Anspruch genommen werden, um auf eine professionelle Anschlussfinanzierung hinzuwirken. Wenn Business Angels durch Weiterbildungsmaßnahmen, wie beispielsweise den CBA, lernen, den gesamten Lebenszyklus eines Business Angel-Investments nachzuvollziehen, steigert dies auch die Erfolgswahrscheinlichkeit der Investments. Auf verbleibende Risiken, wie etwa die Chemie zwischen Angel und Gründer, kann man kaum Einfluss nehmen, waren sich die Diskussionsteilnehmer einig – hier hilft nur der gegenseitige Erfahrungsaustausch in einschlägigen Netzwerken.

Zertifizierung zum CBA ab Herbst

Der CBA (Certified Business Angel) ist die weltweit erste Zertifizierung von Business Angels und ein internationales Qualitätssiegel gegenüber Unternehmen und Co-Investoren. In Zukunft wird nun die Qualitätsakademie incite des Fachverbandes Unternehmensberatung und IT (UBIT) der Wirtschaftskammer Österreich diese Zertifizierung vornehmen und in Folge gemeinsam mit dem Business Angel Institute den Titel Certified Business Angel (CBA) verleihen.

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Die Akademie hat in den letzten Jahren mit ihren internationalen Zertifizierungen und spezifischen Akkreditierungen ein starkes Angebot aufgebaut. „Wir bringen unsere weitreichende Erfahrung aus anderen Zertifizierungen, wie etwa dem Certified Management Consultant (CMC) ein, der mittlerweile in über 50 Industrieländern anerkannt und vergeben wird“, erklärt incite-Geschäftsführer Alfons Helmel.

 

Die selbst nach ISO 17024 zertifizierte incite wurde bereits sehr früh in die Entwicklung des CBA eingebunden. „Die weitere Professionalisierung der Business Angels ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Business Angels tragen viel Verantwortung und stellen Gründern und Kapitalsuchenden neben eigenem Kapital vor allem ihr Wissen und ihre Erfahrung zur Verfügung. Für junge Unternehmen sind sie entscheidende Partner für gemeinsamen wirtschaftlichen Erfolg“, betont UBIT-Obmann Alfred Harl.

Die erste Runde von CBA-Zertifizierungen ist bereits für diesen Herbst geplant. Zielgruppe sind Individuen – meist (ehemalige) Unternehmer oder Topmanager – die den finanziellen Background haben, sich an Projekten zu beteiligen, bei denen sie engagierte, aktive Arbeit im Unternehmen, Know-how und Netzwerkkontakte einbringen. Besonders freuen sich die Initiatoren über die Nachfrage aus den Nachbarländern Deutschland und Schweiz.

Die Zertifizierung als CBA hilft neuen wie auch etablierten Business Angels an bessere Deals zu kommen (Qualität sucht Qualität). Sie bietet eine bessere Verhandlungsposition gegenüber Startups. Außerdem genießen CBAs verstärkte internationale Kontakte und die Zusammenarbeit mit ebenso professionell agierenden Angels. Die Mitgliedschaft im CBA Cercle dient der Vernetzung und dem Erfahrungsaustausch. Dieses geballte eigene und fremde Know-how ist eine starke Basis für nachhaltigen Erfolg – denn Investieren geht schnell, aber Folgeinvestments können sich als mühsam erweisen und letztlich kommt es auf die tatsächlichen Exits an.

Gleichzeitig  profitieren vom CBA neben den Angels selbst auch die Startups, mit denen sie zusammenarbeiten. Denn junge Unternehmer suchen neben Kapital auch Beratung und Coaching. Ein bestimmter Qualitätsstandard gibt ihnen Sicherheit, dass der entsprechende Business Angel jene Skills besitzt, die sie brauchen und er in der Folge Smart Money bereitstellen kann. Durch die neue Zertifizierung „Certified Business Angel“ erhalten Startups ein klares Bild über ihre zukünftigen Partner, können nachhaltig erfolgreiche Kooperationen etablieren und das Unternehmen gemeinsam zum Erfolg führen.

Eine Online-Befragung des Bundesverbandes Deutsche Startups vom Juli 2013 zeigt, dass 76 Prozent der Startups im Team gegründet werden und im Durchschnitt bereits 3,6 Angestellte im ersten Jahr haben. Business Angels können Startups beim Unternehmensaufbau und bei der Arbeitsplatzschaffung essenziell unterstützen. Diese volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Dimension war auch einer der wesentlichen Gründe, warum das Business Angel Institute den CBA initiiert und gemeinsam mit einem international besetzten Beirat aus fachkundigen Wissenschaftlern und erfahrenen Business Angels entwickelt hat. Denn das Kernziel des Instituts ist die Verbindung von Wissenschaft und Praxis als Weg zu mehr und besser qualifizierten Business Angels. Der CBA als internationaler Qualitätsstandard spielt dabei eine zentrale Rolle.

Das Business Angel Institute freut sich über die Kooperation mit der incite-Qualitätsakademie, die sich hervorragend in die Reihe der existierenden Partner des Business Angel Institute einfügt. Die gemeinsame Vision ist klar: Der CBA als international anerkanntes Zeichen für Professionalität, Qualität und Seriosität von Business Angels.

Im Herbst startet der CBA durch. Interesse? Hier geht es zu den Details zum Prozess der Zertifizierung.